Gesetzlich zwingend ist bei einem eigenhändigen Testament in der Schweiz nur die Form (Art. 505 ZGB): Der gesamte Text muss von Hand geschrieben sein, Ort und Datum (Jahr, Monat, Tag) enthalten und eigenhändig unterschrieben werden. Was Sie inhaltlich regeln, ist frei. Damit Ihr Testament später nicht ausgelegt oder angefochten werden muss, sollten Sie aber klar formulieren. Fehlt die vorgeschriebene Form, kann das Testament auf Klage für ungültig erklärt werden (Art. 520 ZGB).

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2026

Rechtshinweis (Art. 505 ZGB):
Das Gesetz verlangt, dass der gesamte Text von Hand geschrieben wird. Verwenden Sie einen dokumentenechten Stift (z.B. Kugelschreiber oder Füller) und keinen Bleistift. Zeugen, Stempel oder eine Beglaubigung sind beim eigenhändigen Testament nicht erforderlich.

Testament mit klaren Schweizer Formulierungen verfassen

Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen Formvorschriften, Pflichtteile und Musterformulierungen für Ihr handschriftliches Testament.

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Gesetzlich zwingend: Die Formvorschriften nach Art. 505 ZGB

Diese drei Punkte entscheiden über die Gültigkeit der Form:

  1. Vollständig von Hand geschrieben: Der Text muss von Anfang bis Ende eigenhändig geschrieben sein, auch jeder Nachtrag. Getippte, gedruckte oder kopierte Testamente genügen nicht.
  2. Ort, Jahr, Monat und Tag der Errichtung: Geben Sie das Datum immer vollständig an (z.B. "Basel, 14. September 2026").
  3. Eigenhändige Unterschrift: Sie muss die Urkunde abschliessen und steht deshalb üblicherweise am Ende des Textes. Unterschreiben Sie am besten mit Vor- und Nachnamen.

Hinweis: Fehlen Ort oder Datum, ist das Testament nach Art. 520a ZGB nicht automatisch ungültig. Es kommt darauf an, ob sich die Zeitfolge mehrerer Verfügungen oder die Verfügungsfähigkeit anders feststellen lässt. Verlassen Sie sich nicht darauf und geben Sie Ort und Datum immer vollständig an.

Inhaltlich empfohlen: Das gehört in den Text

Das Gesetz schreibt diese Inhalte nicht vor. Sie sorgen aber dafür, dass Ihr Wille eindeutig ist und Streit unter den Erben vermieden wird. Die Reihenfolge entspricht dem üblichen Aufbau eines Testaments:

  1. Titel: "Testament", "Letztwillige Verfügung" oder "Mein letzter Wille".
  2. Angaben zur Person: Vorname, Name, Geburtsdatum, Heimatort (Bürgerort) und Wohnort.
  3. Widerruf früherer Verfügungen: Ohne ausdrücklichen Widerruf bleibt ein früheres Testament bestehen, soweit das neue ihm nicht widerspricht (Art. 511 ZGB).
  4. Erbeinsetzung mit Quoten (Art. 483 ZGB): Erben mit Namen, Geburtsdatum und Bruchteilen bezeichnen. Die Quoten sollten zusammen das Ganze ergeben.
  5. Vermächtnisse (Art. 484 ZGB): Bestimmte Gegenstände oder Geldbeträge für einzelne Personen.
  6. Ersatzerben (Art. 487 ZGB): Wer tritt an die Stelle eines Erben, der vor Ihnen stirbt?
  7. Willensvollstrecker (Art. 517 ZGB): Eine neutrale Person oder Organisation für die Abwicklung.
  8. Ort, Datum und Unterschrift: Als Abschluss des Textes.

Pflichtteile müssen Sie nicht erwähnen, aber einhalten. Wie sie berechnet werden, erklärt unsere Gesamtanleitung Testament schreiben in der Schweiz.

Formulierungsbausteine zum Abschreiben

Mit diesen Bausteinen können Sie Ihren Text Punkt für Punkt aufbauen. Ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern durch Ihre eigenen.

Zweck Beispielformulierung
Einleitung "Ich, [Vorname Nachname], geboren am [Datum], von [Heimatort], wohnhaft in [Ort], verfüge für den Fall meines Todes:"
Widerruf "Ich widerrufe alle von mir früher errichteten letztwilligen Verfügungen."
Erbeinsetzung "Ich setze [Name, Geburtsdatum] zu 1/2 und [Name, Geburtsdatum] zu 1/2 als Erben meines gesamten Nachlasses ein."
Vermächtnis (Geld) "[Name] vermache ich CHF 10'000 (in Worten: zehntausend Schweizer Franken)."
Vermächtnis (Gegenstand) "Meiner Nichte [Name] vermache ich meine goldene Armbanduhr."
Ersatzerben "Stirbt [Name] vor mir, treten seine/ihre Nachkommen zu gleichen Teilen an seine/ihre Stelle."
Teilungsvorschrift (Art. 608 ZGB) "Die Liegenschaft in [Ort] ist [Name] bei der Erbteilung zuzuweisen." (Wirkung und Anrechnung am besten mit einer Fachperson klären.)
Willensvollstrecker "Als Willensvollstrecker ernenne ich [Name, Adresse]."
Abschluss "[Ort], den [Tag. Monat Jahr]" und darunter Ihre eigenhändige Unterschrift.

Praktische Schreibtipps für Ihr handschriftliches Testament

  • Leserlich schreiben: Ihr Text muss später von Erben und Behörden gelesen werden können.
  • Beträge doppelt angeben: In Ziffern und in Worten (z.B. CHF 10'000, zehntausend Schweizer Franken).
  • Personen eindeutig bezeichnen: Name und Geburtsdatum, bei Bedarf Adresse. Das hilft besonders bei häufigen Namen.
  • Keine Korrekturen: Kein Durchstreichen, Überschreiben oder Korrekturflüssigkeit. Schreiben Sie die Seite lieber neu.
  • Seiten nummerieren: Schreiben Sie z.B. "Seite 1 von 2" auf jede Seite und unterschreiben Sie am Ende.
  • Quoten prüfen: Alle Erbquoten zusammen sollten das Ganze (1/1) ergeben.

3 Muster zum Abschreiben

Die Muster dienen der Orientierung. Schreiben Sie sie nicht blind ab, sondern passen Sie Personen, Quoten und Beträge an Ihre Situation an und schreiben Sie den Text vollständig von Hand. Ein ausgedruckter Text genügt den Formvorschriften nicht. Muster für Paare und Konkubinat finden Sie in unserer Gesamtanleitung.

Muster 1: Alleinstehend, ohne Kinder

Testament

Ich, [Vorname Nachname], geboren am [Geburtsdatum], von [Heimatort], wohnhaft in [Strasse, Nr., PLZ Ort], verfüge für meinen Todesfall wie folgt:

  1. Ich widerrufe alle bisherigen letztwilligen Verfügungen.
  2. Meine Schwester/meinen Bruder [Name, Geburtsdatum] setze ich als Alleinerbin/Alleinerben ein.
  3. Der [Name der Organisation, Adresse] vermache ich CHF [Betrag].
  4. Stirbt meine Schwester/mein Bruder vor mir, setze ich deren/dessen Nachkommen zu gleichen Teilen als Erben ein.
  5. Als Willensvollstrecker ernenne ich [Name, Adresse].

[Ort], den [Tag. Monat Jahr]

[Eigenhändige Unterschrift]
[Vorname Nachname]

Gilt nur, wenn weder Ehegatte bzw. eingetragener Partner noch Kinder vorhanden sind. Sonst bestehen Pflichtteile.

Muster 2: Verwitwet, mit zwei Kindern (Auszug)

  1. Ich widerrufe alle bisherigen letztwilligen Verfügungen.
  2. Meine Kinder [Name A, Geburtsdatum] und [Name B, Geburtsdatum] setze ich zu je 1/2 als Erben ein.
  3. Meinem Enkel/meiner Enkelin [Name] vermache ich [Gegenstand oder Betrag].
  4. Stirbt eines meiner Kinder vor mir, treten dessen Nachkommen zu gleichen Teilen an seine Stelle.
  5. Als Willensvollstrecker ernenne ich [Name, Adresse].

Ein Vermächtnis darf die Pflichtteile der Kinder nicht verletzen. Ort, Datum und Unterschrift nicht vergessen.

Muster 3: Patchwork, eigenes Kind und Stiefkind (Auszug)

  1. Ich widerrufe alle bisherigen letztwilligen Verfügungen.
  2. Meine Tochter/meinen Sohn [Name, Geburtsdatum] und mein Stiefkind [Name, Geburtsdatum] setze ich zu je 1/2 als Erben ein.
  3. Als Willensvollstrecker ernenne ich [Name, Adresse].

Stiefkinder erben nur, wenn Sie sie im Testament einsetzen. Bei einem eigenen Kind und ohne Ehegatten entspricht die Hälfte genau dessen Pflichtteil. Gibt es einen Ehegatten oder mehrere eigene Kinder, müssen Sie die Pflichtteile neu berechnen.

Checkliste zum Abhaken

  • ☐ Ganzer Text von Hand geschrieben (auch Nachträge)
  • ☐ Titel "Testament" oder "Letztwillige Verfügung"
  • ☐ Name, Geburtsdatum, Heimatort und Wohnort angegeben
  • ☐ Frühere Testamente ausdrücklich widerrufen
  • ☐ Erben mit Namen, Geburtsdatum und Quoten bezeichnet
  • ☐ Quoten ergeben zusammen das Ganze
  • ☐ Pflichtteile geprüft
  • ☐ Vermächtnisse klar bezeichnet (Betrag oder Gegenstand)
  • ☐ Ersatzerben und Willensvollstrecker bestimmt
  • ☐ Seiten nummeriert, keine Korrekturen im Text
  • ☐ Ort, Tag, Monat und Jahr angegeben
  • ☐ Eigenhändig unterschrieben
  • ☐ Aufbewahrung geklärt (z.B. amtliche Hinterlegung)

Praxis-Tipp: Formulierungen prüfen

Schon kleine Unklarheiten können Streit unter den Erben auslösen. Unsere Schweizer Testament-Anleitung zeigt Ihnen Klauseln und Beispiele, an denen Sie sich orientieren können.

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Häufige Fragen zum Inhalt eines handschriftlichen Testaments

Reicht nur das Jahr oder der Monat als Datumsangabe?

Nein, Art. 505 ZGB verlangt Ort, Jahr, Monat und Tag. Fehlen Teile davon, ist das Testament nach Art. 520a ZGB nur dann ungültig, wenn sich die Zeitfolge mehrerer Verfügungen oder die Verfügungsfähigkeit nicht anders feststellen lässt und die Mängel Zweifel begründen. Das Risiko eines Streits bleibt aber hoch. Geben Sie deshalb immer das volle Datum an.

Muss ich den Ort angeben?

Ja, Art. 505 ZGB nennt den Ort ausdrücklich als Teil der Angaben zur Errichtung. Fehlt er, gilt dieselbe Sonderregel wie beim Datum (Art. 520a ZGB). Schreiben Sie ihn trotzdem immer dazu.

Darf ich Korrekturen machen oder mit Bleistift schreiben?

Das Gesetz verlangt, dass der Text von Hand geschrieben wird. Streichungen, Überschreibungen und Bleistift sind riskant, weil sie zu Streit über Echtheit und Inhalt führen können. Schreiben Sie das Testament bei Änderungen lieber neu, mit dokumentenechtem Stift.

Brauche ich Zeugen?

Nein. Für ein eigenhändiges Testament sind weder Zeugen noch ein Notar nötig. Zeugen braucht es beim öffentlichen Testament und beim Nottestament.

Reicht der Satz "Alles an meine Frau"?

Formal kann eine solche Verfügung genügen, sie ist aber ungenau. Haben Sie Kinder, bleibt deren Pflichtteil geschützt und sie können die Verfügung mit der Herabsetzungsklage angreifen. Besser sind eine klare Erbeinsetzung mit Quote und eine Prüfung der Pflichtteile.

Muss ich die Pflichtteile im Testament erwähnen?

Nein, erwähnen müssen Sie sie nicht. Sie müssen sie aber einhalten. Ansonsten können die Pflichtteilserben eine Herabsetzung verlangen (Art. 522 ZGB).

Muss ich Erben mit Geburtsdatum nennen?

Gesetzlich zwingend ist das nicht. Name und Geburtsdatum (bei Bedarf auch Adresse) helfen aber, Verwechslungen zu vermeiden, besonders bei häufigen Namen oder mehreren Personen mit gleichem Namen.

Weiterführende Beiträge

Rechtsgrundlage: Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB), insbesondere Art. 505, 511, 520, 520a und 608.

Testament strukturiert und fehlerfrei verfassen

Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung schreiben Sie Ihr handschriftliches Testament in Ruhe und vermeiden typische Fehler.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei komplexen oder streitigen Situationen wenden Sie sich bitte an eine Anwältin, einen Anwalt oder ein Notariat.